Freitag, 28. Januar 2011
Ein Jahr neue Maschinenrichtlinie: Was hat sich geändert?
10:22 | Eingestellt von
Claudia Gadebusch |
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Seit Ende 2009 ist die neue Maschinenrichtlinie 2006/42/EG in Kraft. Ein Jahr danach zogen nun Vertreter des Maschinen- und Anlagenbaus bei den Maschinenbautagen in Köln eine erste Bilanz: Vor- und Nachteile der Richtlinie 2006/42/EG wurden diskutiert und erste Erfahrungen mit der Anwendung ausgetauscht.
Beklagt wurde weiterhin, die Erfüllung der Richtlinie erhöhe den Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand. So sei die geforderte Einbauerklärung für die vieldiskutierten "unvollständigen Maschinen" zu umfangreich, die Kosten für Übersetzungen von Bedienungsanleitungen in die 23 Amtssprachen der EU eine Belastung.
Quelle: VDI nachrichten, 7. Januar 2011
Kommentar:
Zu diesem Thema existieren sehr viele Beiträge, neue Bücher und Schulungen. Das Thema erinnert sehr stark an den Anfängen von der ISO 9001 Einführung zur Qualitätsverbesserung. Es war mit sehr viel Aufwand (Zeit und Geld) und neu dokumentierten Verfahrensanweisungen verbunden. Jeder Bereich in einem Betrieb wurde durchleuchtet und nur wer diese Zertifizierung erhielt, durfte mit Aufträgen rechnen.
Bei den Firmen, welche das Qualitätshandbuch im täglichen Ablauf leben und kontinuierlich verbessern, ist die Kundenzufriedenheit und die Mitarbeitermotivation am höchsten.
Das gleiche Ziel hat auch diese neue Maschinenrichtlinie, doch dabei gibt es noch viele Diskussionspunkte und offene Fragen. Nur wenige Insider kennen sich im Detail aus und Interpretieren die Aussagen unterschiedlich.
"Am 20.102010 hat die europäische Kommission die Liste der harmonisierten Normen für die neue Maschinenrichtlinie im europäischen Amtsblatt C 284/1 neu bekannt gemacht. Diese Veröffentlichung ersetzt damit die bisherigen Veröffentlichungen."
Diese Richtlinie gilt für folgende Erzeugnisse:
a) Maschinen;
b) auswechselbare Ausrüstungen;
c) Sicherheitsbauteile;
d) Lastaufnahmemittel;
e) Ketten, Seile und Gurte;
f) abnehmbare Gelenkwellen;
g) unvollständige Maschinen;
Bei vielen Maschinenbauern wird die Risikobeurteilung schon seid Jahren erfolgreich eingesetzt und bisher dem ausgegliederten Schaltschrankbauer zu Verfügung gestellt.
Ein Schaltschrank ist auch nach der neuen Richtlinie keine "unvollständige Maschine"(Punkt g) und fällt somit nicht unter die neuen Maschinenrichtlinie.
Es gibt allerdings kaum einen Schaltschrank, in dem nicht auch eine Sicherheitsverriegelung, wie z.B. Schutzgitter, Not-Aus-Kreis und Lichtschranken, integriert sind. Mit zunehmender Vernetzung der Maschinen werden Sicherheitsfunktion parallel zu normalen Programmaubläufen in einer SPS (Safety Integrated) und über gemeinsame Bussysteme transportiert.
Sobald also ein Schaltschrankbauer ein Sicherheitsbauteil (Punkt c) in seinem Schaltschrank einbaut, fällt er unter die Maschinenrichtlinie und kann von seinem Auftraggeber, dem Maschinenbauer, nicht davon entbunden werden auch wenn er für die Risikobeurteilung verantwortlich ist.
Der Schaltschrank benötigt eine"CE"-Kennung und die dazugehörige Dokumentation.
Ich freue mich auf die Diskussionen zu meiner Aussage.
Donnerstag, 20. Januar 2011
Stuxnet spaltet IT Wissenschaftler in zwei Lager
16:47 | Eingestellt von
Claudia Gadebusch |
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Stuxnet-Computervirus aus Israel und USA?Mit dem Namen "Stuxnet" ist eine neue Ära des internationalen Cyberkrieges verbunden: nämlich die Bedrohung der industriellen Infrastruktur durch einen Computervirus. Ziel von Stuxnet war dabei vor allem das iranische Nuklearprogramm.Unklar ist, wie viel Schaden Stuxnet nun angerichtet hat.Experten gehen davon aus, dass die Nuklearpläne des Landes um Jahre zurückgeworfen worden seien.Dabei hat Stuxnet die Zentrifugen völlig ungeregelt hochgedreht, bis sie zerstört wurden. Gleichzeitig hat der Virus falsche Sensordaten an die Leitstände geliefert - um dort vorzutäuschen, dass alles störungsfrei laufe.Stuxnet nutzt dabei nicht nur mehrere bis dahin unbekannte Schwachstellen in Windows, sondern verwendet gültige Zertifikate, um Schutzmechanismen zu überlisten.Dabei hat es laut "New York Times" tatsächlich den Anschein, dass die USA und Israel hinter Stuxnet stecken.
Quelle: Rheinische Post, 19.1.2011, Wissen A7
Kommentar:
Wie in meinem Blockbeitrag letzten November beschrieben, sind sich die Experten nicht einig wie gefährlich Stuxnet wirklich ist und welchen Schaden er schon angerichtet hat.
Bisher wurde berichtet, dass Stuxnet programmiert wurde um iransiche Atomprogramme zu blockkieren und in einer über zweijährigen Zusammenarbeit zwischen USA und Israel entwickelt wurde.
Bestätigt wird der hohe Aufwand, welcher hinter der Entwicklung dieses Wurmes steht, so dass er ein sehr modernes Spionage-Element ist.
Auch wenn die USA und Israel zu diesen Anschuldigungen noch keine Stellung genommen haben, so liegt der Verdacht nahe: Die Lücken im Betriebssystem Microsoft und die vielen Aktionen zum Schutz vor Cyberattacken sind in der USA ständig präsent.
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