Mittwoch, 29. Dezember 2010

Das neue TIA Portal: Fluch oder Segen?

"Beginn einer neuen Ära"

Das TIA-Portal ist sicher die Bedeutendste Neuheit, die es auf der diesjährigen SPS/IPC/Drives zu sehen gab. Sie ist die Basis des Engineerings für die Simatic-Welt der nächsten Generation. Langfristiges Ziel ist die Zusammenführung sämtlicher Disziplinen des Engineerings in einer zentralen Oberfläche, eines sogenannten Frameworks.

Quelle: SPS Magazin, Ausgabe 12, Dezember 2010, Seite 14

Kommentar:
Zur Zeit gibt es keine Fachzeitschrift, in der Siemens nicht einen großen Marketingauftritt zum neuen TIA-Portal hat. Meistens noch unterstützt durch einen Werbebanner um die Zeitschrift, ganzseitige Werbung und Fachartikel.
Das Roll Out mit Live-Veranstaltungen und Kundenpräsentationen ist schon im vollen Gange, dabei ist die Software noch nicht zur Lieferung freigegeben.

Doch was bedeutet dieser große Auftritt "Die Zukunft des Engineerings beginnt jetzt" für mich?

Kann ich mein Wissen und Erfahrungen der letzten Jahre mit Siemens Produkten wegschmeißen und alles neu lernen, auch wenn es als intuitive und kinderleicht angepriesen wird? Werden die jetzt in meinen Standardlösungen eingesetzten Produkte bald abgekündigt und ich habe somit doppelten Aufwand für Service/ Instandhaltung?

Ich stelle viele Fragen und vor allem Verunsicherung bei meinen Kunden fest, welche durch die einseitige Kommunikation von Siemens unfreiwillig entstanden ist.

Natürlich möchte Siemens durch diesen großen Marketingauftritt die Vorteile der neuen Software hervorheben: Das Portal soll ein Segen für die Programmierer werden, weil sie nur noch eine Engineering-Plattform benötigen!

Trotzdem sollte die Kommunikation zu den Bestandskunden, welche teilweise noch Simatic S5 und Produkte vor dem 1.10.2007 einsetzen, offen und ehrlich geführt werden.

Für wen lohnt sich der Einstieg jetzt und wann werde ich gezwungen, auf das neue TIA-Portal umzusteigen?
Sollte ich jetzt schon Resteindeckung für die HMI Multi-Panels einplanen, weil die neuen Comfort-Panel schon im Lager liegen und nur noch mit der neuen Software projektiert werden können? Und wie sieht die Migration von alten Projekten auf die neue Plattform aus? Was kann übernommen werden und wo muss mit Anpassungen gerechnet werden?

Viele dieser Fragen werden sicherlich im 1.ten Quartal 2011 beantwortet werden, sobald die Software zu Verfügung steht.
Mit meinem TIA Koffer kann ich direkt den Beweis antreten, wie z.B. die Migration von Kundenprojekten realisiert werden kann und welche Stolpersteine evtl. auftreten können.

Ich bin davon überzeugt, dass das TIA Portal ein Segen sein wird, denn die Zusammenführung von WinCC und WinCC flexible ist genauso vorhanden wie eine einfache Übernahme von Step7-Projekten. Zusätzlich bietet mir das TIA-Portal umfangreichen Know-How-Schutz und Sicherheitsfunktionen, so dass die Anlagenverfügbarkeit erhöht und die Kosten gesenkt werden können.




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