Alle Glühbirnen mit mehr als 60 Watt verschwinden ab 1. September aus dem Handel
Nun heißt es auch für die 75-Watt-Birne: Licht aus! Morgen (1.9.2010) zündet die zweite Stufe der europäischen Glühlampen-Verordnung. Alle herkömmlichen Leuchten mit mehr als 60 Watt verschwinden dann aus dem Handel. Zugleich müssen sich Verbraucher an eine neue Bezeichnung gewöhnen: "Lumen" statt "Watt".
Hamsterkäufe wie beim Aus der 100-Watt-Birne vor einem Jahr gab es diesmal nicht, berichtet Nadine Müller vom Lichthersteller Osram in München. "Die Kunden freunden sich mit den Alternativen an", sagt die Sprecherin des deutschen Marktführers. Und die heißen: Energiespar- und Halogenlampen. Europaweit steigt nach den Angaben von Osram die Nachfrage nach Leuchten mit geringem Stromverbrauch.
Bis Herbst 2012 will die EU alle alten Glühbirnen mit Leuchtfaden aus den Läden nehmen, da sie als Energiefresser gelten. "Insgesamt sparen wir jährlich 40 Milliarden Kilowattstunden bis 2020", sagt EU-Energiekommissar Günther Oettinger. "Das entspricht einem Energieverbrauch von elf Millionen europäischen Haushalten."
Kein guter Ruf von Energiesparlampen!
Ihr Licht gilt als kalt, sie sind vielen zu teuer und Umweltschützer kritisieren den Quecksilber-Gehalt, auch wenn dieser mit wenigen Milligramm niedrig ist. Daran mag es liegen, dass der Absatz von Energiesparlampen in Deutschland und Österreich noch zu wünschen übrig lässt.Die wichtigste Änderung: Die Lichtleistung "Watt", benannt nach dem gleichnamigen schottischen Forscher James Watt, tritt in den Hintergrund. Anstelle der mehr als 200 Jahre alten Bezeichnung müssen Lampenkäufer nun das Kunstwort "Lumen" lernen, das sich vom lateinischen lumen (Licht) ableitet. Die Faustregel lautet: Je mehr Lumen (kurz "lm"), desto heller glüht die Birne. Zudem gibt es Informationen über die Farbe und Aufwärmzeit von Lampen.
Was ist der Unterschied zwischen Halogen- und LED-Lampen und warum halten sie nicht so lange?
Damit sich die Kunden beim Kauf von Energiesparlampen besser orientieren können, haben Verbraucherschützer verlässliche und schnell nachvollziehbare Qualitätsstandards gefordert. Hersteller von Energiesparlampen sollten das Umweltzeichen "Blauer Engel" verwenden, verlangten die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und das Umweltbundesamt (UBA). Bei einem großen Teil der angebotenen Energiesparlampe stimme "schlicht die Qualität nicht", sagte vzbv-Chef Gerd Billen in Berlin. Ein Umweltsiegel könne dem Verbraucher die Auswahl erleichtern.
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